Die Urkunden, die ungarische Personen- und Ortsnamen enthalten, sind die wichtigsten Quellen der frühen Geschichte der ungarischen Sprache. Von ihnen widmete man bisher hauptsächlich den authentischen Urkunden eine besondere Aufmerksamkeit. Unter Berücksichtigung der Quellengegebenheiten des frühen Zeitraums des ungarischen Schrifttums muss man auch Quellen von anderen Typen (die, die in Kopien erhalten sind und die falschen Urkunden) in die linguistischen Untersuchungen mit einbeziehen. Die Autorin hat deshalb als Thema ihrer Arbeit eine Urkunde gewählt, deren originales und authentisches Exemplar (1075) aus dem 11. Jahrhundert nicht zur Verführung steht. Es ist nur eine Variante des Stiftungsbriefes von Garamszentbenedek, die in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ergänzt, also interpoliert wurde, bekannt. Die Autorin führte die monographische Verarbeitung der Urkunde durch, die beinahe 280 Ortsnamen enthält. Daneben hatte sie das Ziel, durch die Analyse der interpolierten Urkunde die Ausarbeitung einer neuen Methodik, die speziell bei der Verarbeitung der Sprachdenkmäler, die über unsicheren sprachgeschichtlichen Quellenwert verfügen, zu etablieren.
Der Text des Stiftungsbriefes wird in fünf Einheiten erörtert. In der ersten Einheit geht es um die wichtigsten Charakteristika des ungarischen Urkundenschreibens, die Lage der Verarbeitung der erhalten gebliebenen Urkunden und um die charakteristischen Merkmale der interpolierten Urkunden. In dem zweiten Kapitel geht es um die Entstehungsumstände der Abtei und des Stiftungsbriefes, sowie um die Veränderungen der philologischen Beurteilung der Urkunde. Die dritte große Einheit handelt von den Problemen im Zusammenhang mit dem sprachgeschichtlichen Quellenwert des interpolierten Stiftungsbriefes. In dem vierten Kapitel geht es um eine Analyse von zwei sehr bedeutenden Beschreibungen der Landbesitzgrenzen. Eine von den zwei Grenzenbeschreibungen stellt die unmittelbare Umgebung der Abtei vor. Die Andere (vom Landbesitz Sági) ist beachtenswert, weil ihr Text außer dem Stiftungsbrief auch von einer weiteren Urkunde bewahrt wurde. Dieser Umstand gab eine gute Gelegenheit einerseits zu den vergleichenden Untersuchungen, andererseits auch zu der Klarstellung der Umstände der Interpolation. Neben der Analyse der Beschreibungen von den Landbesitzgrenzen führte die Autorin in diesem Kapitel auch die sprachgeschichtliche Untersuchung von zwei Ortsnamen mit sehr unsicherem Ursprung, Huger und Susolgi durch. Hier geht es auch um das Verhältnis zwischen den ungarischen Ortsnamen und dem lateinischen Text der Urkunde. Schließlich, in dem letzten, fünften Kapitel geht es um die analytische Darstellung von allen, in dem Stiftungsbrief vorkommenden Relikten in Form von Artikeln.