BARBARA BÁBA–MAGDOLNA NEMES, Sammlung von ungarischen geographischen Appellativen. 2014.

Die geographischen Appellative als Ort nominierende Ausdrücke gehören zu dem zentralen Bestand des Wortschatzes jeder Sprache, auch des Ungarischen, weil nur diese Elemente für die Bezeichnung des Orttyps geeignet sind. Deshalb ist es verständlich, dass die Untersuchungen der geographischen Appellative in der Forschung der Appellative eine wichtige Rolle gespielt haben. Die grundsätzliche Voraussetzung für die wissenschaftliche Verarbeitung der geographischen Appellative ist die Abstimmung der Daten der gegebenen Wortgruppen, weshalb der vorliegende Band eine ergänzende Arbeit ist, die nicht nur bei der Forschung geographischer Namen nützlich ist, sondern weitere Möglichkeiten zur Forschung bietet. Mithilfe des Bandes kann man vor allem die Toponymartordnung der geographischen Namen präzisieren, was die grundsätzliche Voraussetzung für die Analyse des linguistischen Toponymensystems ist. Neben der Namenforschung bietet das Wörterbuch weitere Möglichkeiten – nämlich: Analyse der Toponyme im sprachgeschichtlichen, etymologischen und sprachgeographischen Bereich.

Die Sammlung von ungarischen geographischen Appellativen kann als ein Wörterbuch für die Dialekte in der gesprochenen Sprache definiert werden, weshalb die Autorinnen vor allem das Új magyar tájszótár [Neues ungarisches Wörterbuch für Dialekte] (1–5. Budapest 1979–2010) als Anhaltspunkt betrachtet haben, das im breiten Sinne die ungarische Sprache im 20. Jahrhundert mit der Weitergabe von den Quellen zwischen 1890 und 1960 repräsentiert. Das Basismaterial des vorliegenden Wörterbuchs ist aber reicher — wenn wir den hier anvisierten Wortschatz betrachten — als das von Új magyar tájszótár, weil mehrere regionale Wörterbücher für Dialekte in den letzten Jahrzehnten geboren sind, die das Új magyar tájszótár bedeutend ergänzt haben. Die wichtigste Aufgabe der vorliegenden Sammlung von geographischen Appellativen ist, die Quellen bei der Untersuchung dieser Wortgruppe, und die darin repräsentierten Elemente so darzustellen, als ob ein Forscher diese Untersuchungsarbeitarbeit selbst durchgeführt hätte.

Die Autorinnen haben mit mehr als 70 weiteren Quellen gearbeitet, die später als die Veröffentlichung von Új magyar tájszótár (vor allem Wortlisten und auch einige Daten aus Wörterbüchern für Dialekte oder Studien) entstanden sind. Die fast 3,500 Einträge von der so zusammengestellten Sammlung enthalten mehr als 18,000 Angaben für geographische Appellative.