ÉVA KOVÁCS, Der Zensus in Tihany als ortsnamengeschichtliche Quelle. 2015.

Mit dem gründlichen Studieren des Zensus der Grundbesitze von der Abtei Tihany aus dem Jahre 1211 wollte sich die Autorin der Strömung der ungarischen sprachgeschichtlichen Forschungen anschließen, die über die ungarische Sprache der Jahrhunderte nach der Landnahme sowie über ihre Sprachbenutzer so viele und so genaue Informationen wie möglich zu geben versuchen. Das Sprachdenkmal, das auch aus philologischer Hinsicht eine hervorragende Bedeutung hat, enthält mehr als 2,000 Relikte (etwa 200 Ortsnamen und ca. 2,000 Personennamen) aus dem Ufergebiet des Plattensees in Zala und Somogy Komitaten sowie aus dem Tolna-Bodroger Gebiet der Donau und aus dem Torontáler Gebiet der Theiß.

Das Werk, das beinahe 250 Seiten enthält, besteht aus vier größeren Teilen: Aus zusammenfassenden, theoretischen Kapiteln und aus Namenartikeln, die die Relikte von Ortsnamen minutiös vorstellen. In dem ersten Kapitel geht es um die sprachwissenschaftliche Bedeutung der Urkunde sowie um die Begründung der Notwendigkeit der linguistisch-onomastischen Bearbeitung des Sprachdenkmals. Das zweite Kapitel enthält den lateinischen Text der Urkunde mit ihrer ungarischen Übersetzung und hier detailliert die Autorin die philologische Bedeutung der Urkunde, darüber hinaus stellt sie die Relikte von ungarischen Ortsnamen, die in dem Skriptum und in der besiegelten Urkunde zu finden sind, vor. In dem dritten, zentralen Kapitel geht es um die komplexe Analyse der Relikte von ungarischen Ortsnamen des Zensus in Tihany, in der es um die folgenden Verhältnisse geht. 1. Die historisch-etymologische Analyse der sprachlichen Daten und im Zusammenhang damit ihre phonetisch- und orthographisch-geschichtlichen Eigenschaften sowie ihre anderen sprachgeschichtlichen Idiosynkrasien. 2. Das Lokalisieren, weil es die sprachlichen Elemente in territorialem Bezug identifizierbar macht und sie mit den späteren oder gerade früheren Erwähnungen und Vorkommen des gegebenen Ortes verbindet. 3. Das Verhältnis des Zensus der Grundbesitze in Tihany aus dem Jahre 1211 zu anderen Quellen, besonders die Komparation mit unserem ältesten, authentischen und gleichaltrigen, originalen Sprachdenkmal, dem Stiftungsbrief der Abtei Tihany aus dem Jahre 1055. 4. Die Beziehung zwischen den Relikten von ungarischen Ortsnamen und dem lateinischen Text. Die Autorin schreibt in dem vierten, zusammenfassenden Kapitel über die allgemeinen Fragen des Zensus in Tihany als Sprachdenkmal: Hier geht es zusammenfassend um die Methoden, wie die ungarischen Relikte in den Text eingefügt wurden, sowie um die lokalen Eigenschaften der Ortsnamenerwähnungen, und die namenssystematischen Charakteristika der Ortsnamen der Urkunde.