Was die Forschung der alten ungarischen Ortsnamen betrifft, hatte die Analyse der Ortsnamen eine ausgezeichnete Position in den früheren Zeiten. Es kann damit erklärt werden, dass sie neben ihrem sprachgeschichtlichen und onomastischen Quellenwert auch über wichtige geschichtswissenschaftliche Verwertbarkeit verfügen. In den ältesten ungarischen Sprachdenkmälern (in den lateinischen Urkunden, die nach der Wende des ersten Jahrtausends erschienen) befinden sich aber neben den Ortsnamen auch die „Vertreter“ vieler anderer Namenstypen: Hydronyme, orographische Namen, Namen der Wälder, Geländenamen, sogar Ortsnamenbezeichnungen mit Gattungsnamen. Diese Quellen sind für die sprachgeschichtlichen und onomastischen Forschungen in gewisser Hinsicht wichtiger als die Ortsnamen, weil in diesen Quellen ein reicher Wortschatz und vielfältige morphologische und syntaktische Mittel erscheinen. Zu den Charakteristika der Ortsnamen gehört auch die Tatsache, dass sie im Allgemeinen gut lokalisierbar sind und dadurch Informationen vermitteln, die bei der Untersuchung der territorialen Varietäten von Sprachen verwendbar sind.
Dieser hervorgehobene Quellenwert der nicht aus Siedlungsnamen stammenden Ortsnamen begründet, dass wir diejenige Quellenangaben, die uns aus dem frühaltungarischen Zeitalter (aus den Zeiten vor der Mitte des 14. Jahrhunderts) zuteil wurden, veröffentlichen. Als Basis dieser Arbeit diente Az Árpád-kori Magyarország történeti földrajza [Die historische Geographie von Ungarn in der Arpadenzeit] (1–4. Budapest, 1963–1998) von György Györffy. Diese großartige geschichtswissenschaftliche Monographie enthält alle Ortsnamenangaben 40 alter ungarischer Komitate aus der Arpadenzeit aus historisch-geographischem Aspekt. In der Ausgabe von Ortsnamengeschichtliche Angaben aus dem frühaltungarischen Zeitalter werden Angaben von nicht aus Siedlungsnamen stammenden Ortsnamen in Form von lexikalischer Bearbeitung veröffentlicht. Die nach morphologischen Kriterien konzipierten Artikel folgen einander nach der Ordnung von Komitaten. Zu den einzelnen lexikalischen Teilen gehören auch Ortsnamen-Karten (einerseits über die Siedlungen des gegebenen Komitats, andererseits über die nicht aus Siedlungsnamen stammenden Ortsnamen). Die Bände enthalten auch mehrere Register: Neben dem summierten Stichwort- und Namensverzeichnis sind das Register der buchstabengetreuen Formen, bzw. das umgekehrte Register (a tergo) der Ortsnamen zu finden.
Die Anordnung der vier herausgegebenen Bände entspricht den vier Bänden der oben genannten Arbeit von György Györffy; So können diese lexikalischen Bände nicht nur von Namensforschern und die Sprachhistorikern erfolgreich verwendet werden, sondern auch von Historikern, Archäologen und Forschern der historischen Geographie.