Das Buch ist als Begleitung des Bandes, in dem das historisch-etymologische Wörterbuch der Ortsnamen von den Komitaten Abaúj und Bars veröffentlicht wurde (Valéria Tóth, Debrecen, 2001) zu betrachten. Die Autorin betrachtet dieses Thema hauptsächlich aus taxonomischer Sicht, d.h. sie untersucht die einzelnen Namen als Elemente eines größeren Systems. Mithilfe von diesen Untersuchungen können die wichtigsten Zusammenhänge des Systems selbst vorgestellt werden.
Die Autorin wählte das Komitat Abaúj als Grundlage der namenssystematischen Analyse, weil es über ein dichtes Siedlungsnetz verfügt und teils dank dieser Eigenschaft seine Sammlung der Ortsnamen aus den früheren Zeiten reich ist. Dadurch schafft es ideale Umstände für eine namenshistorische Analyse in dem gegebenen Zeitrahmen. Es war für die Autorin auch ein wesentlicher Aspekt, dass die Namensanalyse auch die Möglichkeit kontrastiver Untersuchung in sich hat. Für einen solchen Vergleich war das Komitat Bars die beste Wahl. Laut Abschätzungen der Autorin versprachen die geographischen Ähnlichkeiten und Unterschiede und die ethnischen Verhältnisse eine Balance, die die erfolgreiche Durchführung der Analyse sicherte.
Die Arbeit bietet also die systematische und sprachliche Bearbeitung der gesamten Ortsnamensammlung von den Komitaten Abaúj und Bars aus der Arpadenzeit. Als Vorgeschichte dieser Bearbeitung galt das historisch-etymologische Wörterbuch der Namenssammlung. Das Modell — das István Hoffmann ausarbeitete und das für die Untersuchungen der Ortsnamen geeignet ist (Helynevek nyelvi elemzése [Sprachliche Analyse der Ortsnamen], Debrecen, 1993) — bildete den theoretischen Rahmen für die ortsnamensystematischen Untersuchungen.
Das erste Kapitel vermittelt einen Überblick über die Namengebung der Orte in der Arpadenzeit: Es werden die Quellen der Namenforschung; die Diaspora und die Namengebung vor der Landnahme der Ungarn in dem Karpatenbecken vorgestellt.
In dem zweiten Kapitel geht es um die Ortsnamen als Quellen der allgemeinen Geschichte der Sprache. Aus diesen Quellen wurde aber nur eine hervorgehoben. Es ist die Quelle, deren Geschichte mithilfe von der Ortsnamensammlung früherer Quellen am besten analysiert werden kann: Die Lautgeschichte.
Das dritte Kapitel ist der zentrale Teil der Arbeit. Es enthält die namenssystematische Beschreibung der Namen. Das Ziel der Autorin war in diesem Kapitel, den Ortsnamenbestand der zwei Komitate aus mehreren Aspekten, in ihren inneren Zusammenhängen und Beziehungen darzustellen. Neben der strukturellen und entstehungsgeschichtlichen Beschreibung der Namen bekam ein anderer wichtiger Aspekt, die Territorialität, eine wichtige Rolle in der namensgeographischen Untersuchung. Als Einleitung der Namensanalyse hielt die Autorin für nötig, ihre Vorstellungen über die Systematik der Ortsnamen in einer kurzen systematischen Zusammenfassung darzustellen.