RÓBERT KENYHERCZ, Die Kollision der Konsonanten am Wortanfang in dem altungarischen Zeitalter. Der lauthistorische Quellenwert der Toponyme. 2013.

In der ungarischen lauthistorischen Literatur ist es ein anerkannter Standpunkt — dank dem finnisch-ugrischen Erbe — dass in der altungarischen Sprache die Konsonantenverbindungen am Wortanfang nicht so oft vorgekommen sind. Die Untersuchungen reflektieren darauf, wie diese Wortanfänge bei den Lehnwörtern, die mit mehreren Konsonanten beginnen, verschwunden sind. Aus der toponymischen Forschung des Autors stellt sich heraus, dass es wertvoll ist, die andere Seite der Frage zu untersuchen. In der ungarischen Sprache kann man Wörter schon aus den frühesten Zeiten datieren, die mit Konsonantenkollision anfangen, deshalb strebt der Autor in seiner Forschung nach der Entdeckung der phonologischen Merkmale solcher Wörter. Daneben versucht der Autor die Methoden der Auflösung neu zu interpretieren, da es sehr viele solche Wörter gibt, die mit Konsonantenkollision anfangen, und deshalb sich die Frage stellt, warum die Lautverbindung in vielen Fällen weggefallen ist.

Das Ziel des Autors war aber nicht nur die Vorstellung und die Analyse der Konsonantenkollision am Wortanfang, sondern auch der Beweis des lauthistorischen Wertes der Toponyme. In der ungarischen lauthistorischen Literatur gibt es sehr wenige Forschungen bis heute, die sich mit der Aufarbeitung der hohen Anzahl der Toponyme beschäftigen würden. Wegen ihrer hohen Anzahl sind die Toponyme für die Forschung besser geeignet als die Appellative, und außerdem kann man mit ihrer Hilfe die altungarische Sprache besser kennenlernen. Da man sie mit den Orten verbinden kann, kann man die Toponyme nicht nur als einzelne Elemente untersuchen, sonder auch mit der Namensumgebung, und dadurch kann man auch den sprachlichen Kontext rekonstruieren. Deshalb kann man ihre ursprüngliche Herkunft, ihre Entstehungszeit, und in einigen Fällen auch die territoriale Verbreitung der Lautveränderung beschreiben. Mithilfe dieser Aspekte versucht der Autor zu beweisen, dass die Toponyme uns in Bezug auf die sprachliche Veränderung mehr informieren können, als die Appellative. Dazu hat der Autor mehr als 900 Daten solcher Toponyme benutzt, die in Verbindung mit der Konsonantenkollision am Wortanfang gesetzt werden können.