ÁGNES BÉNYEI, Ortsnamenbildung in dem Ungarischen. 2012.

Das Thema der Arbeit ist die Untersuchung eines Namengebungstyps, der von Ortsnamen, die ein Ortsnamensuffix enthalten. Namen mit Ortsnamensuffixen sind schon von unseren ersten Sprachdenkmälern an in unseren Urkunden zu finden, deswegen können wir die Entstehungszeit von diesem Namenstyp nicht genau bestimmen. Wir können aber feststellen, dass die Ortsnamenbildung als Ortsnamenentstehungsform in der frühaltungarischen Zeit die verbreiteste Form war. Obwohl wir auch aus späteren Zeiträumen einschlägige Beispiele haben, ist das Wachstum des Anteiles von zusammengesetzten Namen von der spätaltungarischen Epoche an eindeutig bemerkbar.

Im Allgemeinen ist es für die Ortsnamensuffixe charakteristisch, dass sie nicht nur in einer Bedeutung in dem Ungarischen anwesend waren: Ursprünglich waren sie immer in einer anderen Funktion (Personennamensuffix, Sammelnamensuffix, Suffixe, die Versorgung ausdrücken) zu finden, und — weil solche Wörter für Ortsbezeichnung besonders geeignet waren — aus ihnen wurde nach einer Weile sekundär eine Ort-artige Bedeutung entzogen. Von diesem Zeitpunkt an können sie unabhängig von der ursprünglichen Funktion auch neue Lexeme (unter ihnen Eigennamen, Ortsnamen) bilden.

Was ihren Ursprung betrifft, sind unsere aus einem Element bestehende Ortsnamensuffixe: Das -s, -d, -gy, -i, -j, -n und -ó/-ő auf die finnisch-ungarische Grundsprache zurückzuführen. Einige (wenige) mehrgliedrige Suffixe: Das -sd und -nd sind Ergebnisse einer innerlichen sprachlichen Entwicklung, sie entstanden durch die Verknüpfung von dem -s + -d, und dem -n + -d. In vieler Hinsicht sind -ka/-ke und -ság/-ség Ausnahmen, die im Vergleich zu den Vorherigen ziemlich spät erschienen (15–16 Jh.), daneben kann man in der Verbreitung von -ka/-ke auch eine äußere (slawische) Wirkung nachweisen.

Unser am meisten gebrauchtes Ortsnamensuffix ist das -d, das nicht nur in Siedlungsnamen, sondern auch in Wassernamen und in anderen Mikrotoponymen verbreitet war (gleicherweise das -gy, aber dessen Produktivität endete früh). Dagegen kam das -i und -j vor allem eher nur in Siedlungsnamen vor, -ság/-ség wurde bei der Bildung von Landschaftsnamen gebraucht.

In der Arbeit geht es auch um die Beziehung zwischen den Ortsnamensuffixen aus der frühaltungarischen Zeit und den einzelnen Ortsnamensorten. Suffixe kommen zum Beispiel kaum in der Namengebung in dem Patrozinium vor und auch in Ortsnamen mit stämmischem Ursprung erscheinen sie sehr selten und meistens sekundär, während bei der Bildung von anderen Siedlungsnamentypen (z. B. in der Gruppe von Personennamen und Volksnamen) die Ortsnamenbildung eine sehr wichtige Rolle hat.