Die Unterschiede zwischen den mikrotoponymischen Systemen hat man in der Toponymenforschung bislang kaum betrachtet. In ihrer Forschung versucht die Autorin deshalb darauf eine Antwort zu geben, ob es in Bezug auf das Toponymensysten Grenzen und onomastische Dialekte gibt.
Die Autorin hat die Toponyme auf den funktional-semantischen und lexikalisch-morphologischen Ebenen analysiert. Daneben hat sie das in der Statistik gebräuchliche Bray–Curtis Matrixsystem verwendet, dessen Sinn ist, dass der Ähnlichkeitsgrad zwischen zwei Siedlungen zwischen 0 und 1 sein kann. Das Toponymenkorpus, das man zu den Analysen benutzt hat, enthält mehr als 12,000 Daten.
In der Forschung hat die Autorin die Auswirkung der geographischen Umgebung, der Migration und der fremdsprachlichen Umgebung betrachtet, dann hat sie mithilfe der Matrixmethode das onomastisch-dialektale Territorium gezeichnet.
Die Autorin hat die Rolle des geographischen Faktors mit der Analyse des Toponymensystems von drei unterschiedlichen Siedlungen bewiesen, daneben hat sie auch ein homogeneres Gebiet untersucht mit der kontrastiven Analyse der Siedlungen. Über die zahlreichen lexikalischen und morphologischen Unterschiede hinaus, hat die Autorin gefunden, dass die Verbreitung des Toponymensystems meistens die Gebirge und die Flüsse verhindert haben. Beispielsweise zur Bezeichnung des Besitzertums haben die Sprachbenutzer über den west-ungarischen Fluss, über die Raab, Personenname + geographisches Appellativ (Simon-tag < Personenname Simon + tag ’Anbaufläche innerhalb eines Hotters’), auf der anderen Seite des Flusses das System von Personen bezeichnenden Appellativen + geographischen Appellativen (Tanító-földek < ’die lehrende Person bezeichnende Apellative’+ földek ’Länder’ ) verwendet.
Für die Analyse der Migration hat die Autorin solche Namendaten der Siedlungen analysiert, wohin über die Grenze lebende Ungarn angesiedelt worden sind. Es gibt bemerkenswerte Unterschiede zwischen den Markierten und nicht Markierten: Die ursprünglich in den Siedlungen lebenden Menschen benutzen die nicht markierten Ortsnamen (Rác-gödör < rác ’raizisch ethnische Gruppe’ + gödör ’Bodensenke’), die angesiedelten Menschen bevorzugen die markierte Struktur (Kerekes dűlő+je < Personenname Kerekes + dűlő ’Hotter’ + das Possessiv -je), die für ihr Namensgebungsmuster charakteristisch ist.
Die Ortsnamengebung der verschiedenen Sprachen haben Wirkung auf einander und auf ihre Gewohnheiten. Während der Analyse hat die Autorin festgestellt, dass die Strukturen der Namen besonders auf der lexikalischen Ebene eine Wirkung auslösen, auf der morphologischen Ebene eher weniger.
Zum Schluss vergleicht die Autorin die Strukturen der Namen der Siedlungen in einem Komitat mithilfe der Matrixmethode. Als Fazit kann man feststellen, dass die Dialektorte sich in den Ost-West Zonen befinden, und innerhalb der Orte kann man noch vier größere Dialektorte von einander unterscheiden.