Die Autorin strebt in diesem Band nach der systematischen Ordnung der Veränderung und Entwicklung der Ortsnamen. Diese Problematik ist ein wichtiger Bereich der Ortsnamenforschung, denn die Untersuchung der Namensveränderungen einen unschätzbaren Wert aus der Perspektive der gesamten historischen Ortsnamentyplogie haben kann. Die Untersuchungen der Veränderungen können nämlich zur zuverlässigeren Erschließung der chronologischen Werte und zugleich des sprachlichen und historischen Quellenwerts der Ortsnamentypen beitragen.
Die Bestimmung des zeitlichen Rahmens der in der Arbeit thematisierten Veränderungstypologie war so gut wie gegeben:, Da die Zeit der offiziellen ungarischen Ortsnamengebung — als die Ortsnamengebung und Ortsnamenveränderung unter der Übersicht der Landesverwaltungsbehörde gestanden hat – . dank András Mező gründlich untersucht wurde (A magyar hivatalos helységnévadás [Die offizielle ungarische Ortsnamengebung]. Budapest, 1982), soll man die natürliche Veränderung der Ortsnamen von den frühesten Dokumenten bis zu der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts überblicken. In diesen fast acht Jahrhunderten verfügt die altungarische Zeit über das reichste und vielfältigstee Repertoire der Veränderungen, deshalb hat die Autorin in ihrem Werk viel Aufmerksamkeit den Namenveränderungen dieses Zeitalters geschenkt.
Die Ortsnamen kann man — ähnlich wie die Appellative — als die Beziehung der Namensform und der Bedeutung definieren. Die Regeln der Veränderungen der Namensformen kann man in erster Linie mit den Änderungen der lexikalisch-morphologischen (und damit manchmal im Zusammenhang stehenden fuktional-semantischen) Strukturen, ihre Bedeutung mit der Änderung der denotativen Bedeutung erklären. Das typologische System der Veränderungsregeln der Ortsnamen hat die Autorin entsprechend diesen Faktoren beschrieben.
Die Arbeit besteht aus fünf Kapiteln, aber sie gliedert sich in drei große Einheiten. Den ersten Teil prägt die Theorie: Es wird ein mögliches typologisches System der Veränderungen der Ortsnamen, darunter der Siedlungsnamen beschrieben Dieses Modell dient im Weiteren als Grundlage. Der zweite größere Teil besteht aus drei Unterkapiteln, in denen die Autorin ausführlich — mithilfe der empirischen Namensdaten — die einzelnen konkreten Veränderungstypen, die die Namen betroffenen komplexen Veränderungen, beziehungsweise die morphologischen und semantischen Veränderungen beschreibt. In dem letzten größeren Teil werden Fallstudien vorgestellt, die die Verwendbarkeit der früher beschriebenen Typologie auf Grund praktischer Untersuchungen beweisen, und die die Fragen beantworten möchten, die in Bezug auf das Veränderungssystem der ungarischen Siedlungsnamen auftauchen. In einigen Fallstudien geht es um theoretische Fragen (um die Sensibilität der Namensänderungen, um die Problematik der Ortsnamenformanzien, um die Chronologie und um die Gründe der Änderungen), in anderen Fallstudien hat die Autorin eine konkrete Änderung (zum Beispiel die Änderung -falva ’Dorf’ > -fa ’Dorf’ in dem 16-17. Jahrhundert in einer gut abgrenzbaren Region des ungarischen Sprachgebiets) oder einen Namenstyp (Siedlungsnamen im Patrozinium) in den Mittelpunkt gestellt. Die verarbeiteten Namensdaten beschreiben natürlich nicht den ganzen Ortsnamenbestand des ungarischen Sprachgebiets, aber die Autorin strebt danach, dass nach Möglichkeit mithilfe der zahlreichen Namensdaten, die aus unterschiedlichen Gebieten stammen, die einzelnen Änderungsprozesse beschrieben werden können. Bei der Konstruktion des typologischen und theoretischen Rahmens war das primäre Ziel der Autorin, dass sie einen solches Modell für die sprach- und namenshistorischen Forschungen schaffen kann, mit dem die Änderungen der ungarischen Ortsnamen in einem homogenen System, mit gleichen Aspekten beschrieben werden können. Die Autorin strebt auch danach, in den terminologischen Fragen, die im Zusammenhang mit den Änderungstypen gestellt werden können, Stellung zu nehmen und in einigen Fällen neue Lösungen zu finden.